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Erotivity

Wir werden durch öffentliche Mittel gefördert

Dr. Madita Hoy & Florian Wagner, Foto: Gecko One GmbH

Von Dr. Madita Hoy

Vielleicht klingt es ungewöhnlich: Ein Start-up, das erotische Spiele entwickelt, bekommt Fördergelder der Sächsischen Aufbaubank und des Europäischen Sozialfonds. Wir finden: Es ist überfällig, dass unser Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Was wir anders machen

Unsere Welt wird immer noch viel aus männlichen Perspektiven erzählt – oft ohne dass wir es bewusst merken. Woher stammen die Bilder, die wir über Sex im Kopf haben, noch bevor wir erste eigene Erfahrungen machen? Es sind oft die aus Filmen, von männlichen Regisseuren und aus der Aufklärung, von männlichen Wissenschaftlern. Medizin und auch Sexualwissenschaft nimmt oft erstmal den Mann als Norm an – erst nach und nach erobern Wissenschaftlerinnen mit neuen Erkenntnissen das Feld. Das bleibt nicht folgenlos: Viele Frauen sind aufgewachsen mit einem leisen Unwohlsein, warum ihre Sexualität nicht richtig funktioniert. Nicht genug Lust, der Orgasmus kommt nicht bei der Penetration, was will ich überhaupt? Es wird Zeit, dass wir mehr über weibliche Bedürfnisse beim Sex reden und sie erfahrbar machen.

Oft wissen wir, was gut für uns wäre, tun es aber trotzdem nicht

Wir sind so aufgeklärt wie nie, trotzdem schaffen wir es oft nicht, dieses Wissen auch zu leben. Es ist Arbeit, ständiges optimieren. Dann wird das nächste Buch zu Sextechniken gelesen, aber umgesetzt wird es nie. Daher entwickeln wir Paarspiele, die direkt zu verbindenden neuen Erlebnissen einladen. Unsere Spiele Fördern den Sex, der eine Beziehung langfristig bereichert. Nicht den, den eine Person der anderen zur Liebe mitmacht. Gespräche die tiefer gehen, Berührungen die neugierig bleiben. Um unsere Spiele noch leichter zugänglich zu machen, entwickeln wir mit Hilfe der Förderung jetzt eine App.

Was wir durch die Förderung realisieren können

Stell dir vor, du sitzt abends mit deiner Beziehungsperson auf der Couch. Ihr seid beide geschafft vom Tag. Oft hat keiner mehr die Energie, ein tolles Gespräch oder Sexualität zu initiieren. Unsere App will Paare genau da abholen und mit Microentscheidungen in ein tolles erotisches Abenteuer einladen. Neben der App arbeiten wir auch an unserem dritten Kartenspiel und an mehr Sichtbarkeit, in dem wir z. B. auf Messen präsent sind.


Förderung ist keine Selbstverständlichkeit – schon gar nicht für ein Unternehmen wie unseres. Und weil wir glauben, dass es etwas bedeutet, wenn öffentliche Institutionen sagen: Ja, sexuelle Gesundheit ist ein Thema, das Unterstützung verdient. Weibliche Perspektiven in der Forschung und in Produkten sichtbar zu machen, ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Innovation passiert auch hier.
Wir sind sehr Dankbar für das Vertrauen und die Möglichkeiten, die wir dadurch haben.
Danke, dass ihr uns auf diesem Weg begleitet.